Projektdokumentation
Das Projekt DEINEWELTVONMORGEN - Was geht? Was kommt? gliederte sich in drei Projektphasen, wovon zwei in Deutschland/Thüringen (7. März bis 1. April und 5. September bis 23. September 2011) und eine in der Tschechischen Republik/Böhmen (6. Juni bis 24. Juni 2011) stattfanden. Insgesamt wurden 101 Projekttage für 1520 Jugendliche in 39 beruflichen Schulen und Bildungseinrichtungen durchgeführt. Die ca. sechsstündigen Projekttage wurden von einem Team aus drei bzw. vier Multiplikatoren geführt.
Der inhaltliche Schwerpunkt der Projekttage lag auf den ökologischen, ökonomischen und sozial-kulturellen Entwicklungstrends der Zukunft, insbesondere auf den Aspekten einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung, einer Veränderung der Konsum- und Lebensstile und einer stärkeren Bürgerbeteiligung.
Die zentrale Zielsetzung des Projektes war es, die Jugendlichen für diese Entwicklungstrends der Zukunft zu sensibilisieren und ihnen in einem zweiten Schritt zu vermitteln, dass es Möglichkeiten gibt, diese Entwicklungen aktiv mitgestalten zu können. Die Jugendlichen sollten motiviert werden, sich eigenständige Meinungen zu bilden, Ideen für Problemlösungen zu entwickeln und sich aktiv an den damit einhergehenden Diskussions- und Entscheidungsprozessen zu beteiligen.
Die Methode „Zukunftswerkstatt“ bildete das methodische Grundgerüst der Projekttage. Mit Hilfe der Methode wurde versucht die kreativen Fähigkeiten und Problemlösungskompetenzen der Jugendlichen mit dem Ziel zu aktivieren, Perspektiven für die individuelle und gemeinsame Zukunft zu entwickeln und Lösungsansätze zu erarbeiten. Die inspirierende und offene Lernatmosphäre der Zukunftswerkstatt schuf einen Raum, in dem sich die Jugendlichen spielerisch und kreativ mit den Themen des Projekttages auseinandersetzen konnten.
Den Projekttagen lag der „Peer-to-Peer“-Ansatz zugrunde. Die jugendlichen Teamerinnen und Teamer begegneten sich mit den jugendlichen Teilnehmenden "auf gleicher Augenhöhe", wodurch eine gesteigerte gegenseitige Akzeptanz erreicht werden sollte. Dieses non-formale Herangehen unterschied sich von formalen Bildungsbedingungen, die die Jugendlichen üblicherweise in der Schule gewohnt sind.
Um ein hohes Maß an eigenständiger Beteiligung seitens der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, wurden die Projekttage partizipativ und teilnehmerorientiert konzipiert. Die Jugendlichen konnten sich unmittelbar in die Gestaltung und den Ablauf einbringen. Hierzu eignete sich die Methode „Zukunftswerkstatt“, da sie eine offene Lernumgebung erzeugte, die den Jugendlichen die Möglichkeit gab, ausgehend von ihren Interessen, Kenntnissen und Erfahrungen in das Thema einzusteigen.
Wesentlicher Bestandteil des Projektes war die Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft, die im Anschluss an die Zukunftswerkstatt durchgeführt wurde. Den Jugendlichen wurde die Möglichkeit gegeben, ihre erarbeiteten Standpunkte und Ideen zu äußern. Im Austausch mit den Diskutanten wurden die Ideen und Konzepte auf ihre Machbarkeit hin überprüft und weiterführende Fragen diskutiert. Die Diskussion sollte den Dialog zwischen den Jugendlichen und den politischen Entscheidungsträgern und den gesellschaftlichen Kräften fördern sowie Konzepte und Praktiken der repräsentativen Demokratie erfahrbar machen.
Auswertung
Anhand einer projektbegleitenden Auswertung lässt sich eine Einschätzung treffen, inwieweit der Projekttag mit seinen Inhalten und Methoden bei den Jugendlichen auf Zustimmung gestoßen ist.
Demnach stießen die Projekttage insgesamt bei einer großen Mehrheit der Jugendlichen auf positiven Zuspruch. So bewerteten rund 82 % der befragten Jugendlichen, die am Ende des Projekttages einen Fragebogen ausfüllten, den Projekttag mit gut oder sehr gut. In besonderer Weise schätzten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre eigene Meinung frei und ohne Barrieren äußern zu können. Darüber hinaus wurde als positiv hervorgehoben, dass sie selbst aktiv sein konnten und durch die Konzeption des Projektes die Möglichkeit hatten, sich mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern auszutauschen. Auch die Themenauswahl stieß auf Interesse seitens der Jugendlichen. Sie bewerteten es als wichtig, sich mit den behandelten Zukunftsthemen auseinandergesetzt zu haben.
Den Peer-to-Peer-Ansatz bewerteten über 90 % mit sehr gut oder gut. Die Gründe für diese Bewertungen lassen sich zum einen darin finden, dass zwischen den Gleichaltrigen in der Regel keine Hierarchien bestanden, woraus eine positive und angstfreie Atmosphäre erzeugt wurde, die es den Schülerinnen und Schülern erleichterte, sich frei zu äußern, sich in den Projekttag einzubringen und eigene, kreative Ideen zu entwickeln.
Das Ergebnis der Frage, ob solche außerschulischen Projekte wiederholt werden und häufiger in der Schule stattfinden sollten, übertrifft alle anderen Ergebnisse, denn 91% der befragten Schüler/innen beantworteten dies mit „Ja“.
Obwohl das Projekt DEINEWELTVONMORGEN nicht fortgesetzt wird und daher nicht auf einen andauernden Effekt verweisen kann, so ist es, zumindest ansatzweise, gelungen die Schülerinnen und Schüler für die Themen einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung zu interessieren und sie zu motivieren, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.















